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Exkursion Textilmuseum Helmbrechts

Exkursion Textilmuseum Helmbrechts

Seminar Modeblogs in Afrika 29.11.12

helmbrechts1Das Textilmuseum Helmbrechts oder der Kleiderschrank der Welt

Das von außen scheinbar kleine Textilmuseum in dem ehemaligen oberfränkischen Industriestädtchen Helmbrechts lädt den Besucher ein auf eine Reise zur Textilproduktion von Helmbrechts in die ganze Welt. Diese Reise unternahm am vergangenen Donnerstag (29.11.12) eine Seminargruppe unter Leitung von Katharina Fink (Iwalewa-Haus Bayreuth). Die Studentinnen befassen sich in einem Seminar zum Thema “Modeblogs in Afrika” mit Fashion, Style, Kleidung, Mode und Afrika und wollten sich im Textilmuseum der Grundlage jedes Kleidungsstücks – dem Stoff – museal annähern.

Frau Margies und Frau Rehs, Mitarbeiterinnen des Museums, machten jedoch gleich darauf aufmerksam, dass es sich nicht nur um ein Stoffmuseum handelt, sondern auch Kostüme, Kleider und insbesondere Kleidungsstücke wie zum Beispiel Ponchos zum Inventar gehören. Wie weiter oben angedeutet, ermöglicht das Textilmuseum einen Einblick in die Stoffproduktion in Helmbrechts, aber auch einen Einblick in den von Oberfranken ausgehenden Textilhandel mit der ganzen Welt. In der Blütezeit um 1900 wurden handgewebte Stoffe und beispielsweise Saris (“traditionelles” indisches Kleidungsstück, bestehend aus einem 4-6m langen Tuch) durch das “Tor zur weiten Welt” – wie die Museumsführerinnen Helmbrechts nannten – mittels Handelschiffen verschickt.

Besonders interessant war für die angehenden Ethnologinnen der Universität Bayreuth die Frage, woher die Muster, Vorlagen und das detailreiche Wissen über die Kleidungsstücke stammten und wie sie umgesetzt wurden. So wies Frau Rehs darauf hin, dass beispielsweise an Tüchern und Schals Kordeln in einer bestimmten Drehtechnik angebracht wurden, um zu einen rituellen Nutzen zu gewährleisten.   Auch wurden Garne gefärbt um die Stoffe so authentisch und natürlich wie möglich zu gestalten. Dies sei scheinbar gelungen, da sich Stoffe, die von Handelsreisenden aus damaligen “fernen Ländern” in Lateinamerika oder Afrika mitgebracht wurden, teilweise als in früherer Zeit in Helmbrechts gefertigte Stoffe identifiziert wurden. Desweiteren stellten sie sich die Frage, welche kulturellen Auswirkungen der weltweite Ausstausch, auf die Helmbrechtser gehabt haben könnte und ob man vielleicht von so etwas wie einer “Weltläufigkeit“ sprechen könnte. Diese Fragen waren vielmehr Denkanstöße, und vielleicht wird dieser Denkanstoß einmal in einer der vielfältigen Sonderausstellungen behandelt.

Fazit: Im Textilmuseum erhält man generelle Informationen zu der Weberarbeit und selten mögliche Einblicke in die geheimen Musterbücher der alten Stoffproduktionsfirmen. Wer sich die Zeit nimmt für Fragen, dem werden von den Mitarbeiterinnen nicht simple Antworten sondern authentische Zeitgeschichten geliefert.

Auch ich möchte die Leser_innen auf eine Reise schicken, und sie anregen, über die Redeart “betucht sein” nachzudenken.

Weitere Infos: www.textilmuseum.de

https://virtualmaterialbloggt.wordpress.com/

 

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